Das Festivalsterben hat heuer wieder ein Opfer gefunden (Devildays), somit wird das Kaltenbach Open Air immer wichtiger. Den wem zieht es den schon zu so überlaufenen Veranstaltungen wie das NovaRock, mich sicher nicht! Massenabfertigung der üblen Art wird man in Spital am Semmering vergeblich suchen, und ein so „cooles“ Gelände, in der Nacht hat’s heuer sicher nicht einmal 10 Grad gehabt, findet sich so schnell auch nicht wieder. Daher hab ich heuer sogar meinen Urlaub verkürzt.
Freitag, 14.7.2006
Alles begann mit Dusk Ritual, die ich leider verpaßte, da ich doch mehr als eine Stunde zum Ort des Geschehens brauchte. War aber auch nicht unbedingt die Band die ich sehen mußte. Midgard Upgraded hab ich dann beim Zeltaufbau genossen, wobei sie mich leider nicht wirklich mitrissen. Lunacy verpaßte ich dann auch noch, weil man ja auch einmal alle anwesenden Mitstreiter begrüßen und ein wenig Urlaubserlebnisse mitteilen wollte. Molokh konnte ich dann bei einem kühlen Blonden vor nicht allzu gut besuchter Location bewundern. Waren leider auch nicht so der Reißer. Doch dann kamen Dark Deception. Mir sind die Jungs zum ersten Mal wirklich ins Ohr gesprungen, als ich sie in Stockerau sah, und seither freue ich mich immer wieder, wenn sie mal wieder aufgeigen. Es war nicht Ihr bester Auftritt, aber auch nicht der schlechteste. Mir taugt aber einfach die Gelassenheit, welche mir von dieser Kapelle immer suggeriert wird. Mein Bekannter findet sie ja lächerlich, ich jedoch nicht. Nun wollte, nein mußte, ich mir endlich was zum Essen besorgen. Dies fand ich in meinem Zelt wie auch einige schon ganz schön lustige Kumpanen davor. Die mich mit ein paar Bier und vielen lustigen Geschichten, die nächsten zwei Bands, Morbid Breed und Plenty Suffering, wieder mal nur per Ohren und nicht auch per Augen mitbekommen ließen. Wobei mich Morbid Breed doch auch ansprach. Diesen feinen Death Metal kann ich nur empfehlen. Nach Speis und Trank, wird wieder rauf zur Bühne gewankt. Während ich den Erklimmte kamen mir noch nicht entdeckte, mir jedoch gut bekannte Metalheads entgegen, die mich wieder mal aufhielten zu einem kleinen Plausch und auf ein gutes Döschen Gerstensaft. Devanic bekam ich dann auch nur den Schluß zu Gesicht, obwohl mich die wohlwollenden Klänge sehr zur Bühne trieben. Doch das Bier durfte nicht mit hinein, leider. Diese Band war das erste Highlight, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Was wäre die österreichische Metalszene ohne so gute Bands? Bei Scarecrow hab ich mir dann mal den Backstage-Bereich angeschaut und des war ka Schass. Vom wirklichen „Hinter der Bühne“ bis zum „Trinkenhohl-Zelt“, waren ungefähr 20-30 Höhenmeter auf einer sehr steilen (schwarze Piste) Wiese zu überwinden. Hat uns noch den ein oder anderen lustigen Zwischenfall beschert. Somit war dann auch die eher langweiligen Scarecrow gegessen. Hellsaw und Testimony wurden dann bei ein paar Bier der Sorte „billiger weil Backstage“ akkustisch belauscht und für ganz OK befunden. Danach begab ich mich mit schon einer leichten Schlagseite wieder hinunter zur Bühne und schenkte Darkside meiner ganzen Aufmerksamkeit. Waren auch nicht wirklich schlecht nur halt leider auch nicht herausragend. Doch dann kamen Severe Torture, eine der wenigen, auf die ich mich schon vor Beginn des Festivals freute, wichtigen Bands, sprich Pflichtprogramm. Erst jetzt fiel mir der recht schlechte, und an’s Planet erinnernde Sound auf. Sie waren leider auch recht früh dran, es war ja noch nicht einmal 19:00 Uhr, und daher wahrscheinlich auch nicht so wirklich motiviert. Es war auf jeden Fall nicht das, was ich erwartet hätte, sondern eher enttäuschend, lag aber sicher auch am schlechten Sound. Erst auf Hinweis einer der Organisatoren, wurde auch der Gitarrensound wahrnehmbar. Den Pagan Metal von Skyforger tat ich mir nicht an, den das ich nicht meines. Um die Enttäuschung wegen dem schlechten Auftritt von Severe Torture ein wenig schmälern zu können, begab ich mich zu meinem Abendessen zum Zelt zurück. Dort hörte ich auch den einfallslosen und schlechten Koldbrann Black Metal an und fragte mich, wie man auf so was kommt. Ensiferum lies ich dann gemütlich bei einem Backstage-Bier an meine Ohren aber nicht an meine Augen. Haben sich ja auch am Nachmittag ein wenig Starallüren genehmigt, nur weil die netten Damen vom Getränkezelt nichts von ihrer versprochenen Vodka- bzw. Wiskey-Flasche wußten. Wie heißt so schön: „Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus!“. Sind vielleicht doch eher größere Festivals gewohnt. Hatesphere gab ich mir dann wieder vor der Bühne und die ließen es ganz schön krachen, doch wurden sie von Dismember gehörig in Grund und Boden gestampft. Danach waren meine Kräfte am Ende und ich hörte mir Carpathian Forest zum einschlafen an, und verpaßte leider die Show des Abends von Nattefrost. Der soll ja dermaßen besoffen gewesen sein, daß es ihn schon zu Beginn auf den Allerwertesten geschmissen.
Samstag, 15.7.2006
Zu wenig und auch noch schlechter Schlaf ließen mich den zweiten Tag mit einem Red Bull (würg) beginnen. Das und noch ein wenig Gesicht mit Kaltenbach-Wasser waschen hat mich dann zurück zu den Lebenden geholt. Convergence versüßte mir die verschlafene Morgenstunde und ließen mich auf den Weg zum Auto und Frühstück machen. Dismal und Profound hab ich mir dann bei einer morgendlichen Besprechung, was nicht gestern alles gut oder nicht so gut war, um die Ohren hauen lassen. Legion Descend und Empyre hab ich mir dann auch live angeschaut und Empyre waren recht gut, nur war halt leider wieder der Sound nicht so das Wahre. Inzest hab ich beim Mittagessen gehört und haben mir nicht so getaugt. Danach waren Parental Advisory dran, und die mußte ich mir anschauen. Sie konnten von der Show her überzeugen nur leider der Sound war nicht das gelbe vom Ei. Casket Garden waren eher langweilig Outrage danach machte das Ganze aber wieder weg und sie hielten was ich mir versprach. Bis Wasteform lies ich mich dann wieder auf unserem Zeltplatz nieder bzw. besuchte ich einmal einige Leute die nicht bei uns zelteten. Da flossen dann schon einige Biere, die mir die richtige Stimmung für Wasteform gaben. Die Amis sind nun mal eine Wucht und nicht nur wegen dem Sänger. Sie haben echt eine super Leistung geboten und einige meiner Freunde meinten ja, daß sie der wahre Headliner waren. Ich wartete jedoch noch bis God Dethroned um dies zu behaupten. Davor noch ein kleiner Abendschmaus bei dem Gastwirt kurz hinter dem Backstage-Bereich. Es war köstlich und nicht wirklich teuer, kann ich nur wärmstens empfehlen. Moonsorrow erreichte ich dann noch doch von Disastrous Murmur bekam ich beim Schlemmen nichts mit. Monnsorrow war dann auch ganz annehmbar doch freute ich mich schon auf meine Headliner. Und ich wollte bei ihnen ganz vorne stehen, doch war der Sound so laut aufgedreht, daß es mir in den Ohren wehtat, deswegen ging ich weiter nach hinten. Doch die Lautstärke nahm mit der Zeit ab. Mir hat der Auftritt unheimlich gut gefallen, weil ich auch jeden Song mit sang, bis auf den neuen oder waren es sogar zwei neue? Auch den Kopf lies ich zu den tollen Klängen immer wieder kreisen, doch hielt ich mich in Grenzen. Lord Belial waren dann doch eher belanglos, und ich gönnte mir ein gutes Bier und hab dann auch noch mal den Eindruck des zuletzt gesehenen auf mich wirken lassen. Bis zu Unleashed hab ich mich dann schön abgefüllt gehabt und hatte eine Menge Spaß und mir gefielen sie auch sehr gut, kein Vergleich zu den höllandischen Death-Göttern, aber auch ganz schön deftig. Sodom war mir dann in meinem abklingendem Rausch doch ein wenig zu thrashig aber lustig waren’s alle mal, auch so wie der Bühnensturm.
Fazit
Wer heuer nicht dabei war hat nicht das beste Kaltenbach, aber ein Kaltenbach versäumt. Alles in allem war mal wieder eine super Stimmung, zahlreiche Freaks zu bewundern aber leider auch wieder ein paar Unruhestifter, die es einem Veranstalter nicht immer leicht machen. Danke an alle, die dieses Festival wieder einmal zu verantworten haben. Wir sehen uns nächstes Jahr in alter frische auf ein fünfjähriges Jubiläum!