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:: Serpentina Satelite - Mecanica Celeste (CD)

Redaktionswertung: 4.0 Points
Userwertung: ohne Bewertung
VÖ Datum: 6. September 2010
Genre: Psychedelic Rock
Label: Rocket Recordings
Info: SERPENTINA SATELITE
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Trackliste...
1. Fobos
2. Sangre De Grado
3. Mecanica Celeste
4. Imaginez Quel Bonheur Ce Sera De Voir Nos Chers Disparus Ressuscités!
5. Al Apaec
6. Sendero

Line Up
Aldo Castillejos - Drums/Percussion
Félix Dextre - Bass/Vocals
Flavio Castillejos - Hope & Providence
Dolmo - Lead'Rhythm Guitar
Renato Gómez - Rhythm'Lead Guitar/Vocals
Review...
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Verrückte Musiker, die das wunderbare Genre des Psychedelic oder Space Rock nicht aussterben lassen wollen, scheint es überall auf der Welt zu geben. So auch in Peru, genauer gesagt in der Hauptstadt Lima. Dort sind SERPENTINA SATELITE beheimatet und wollen allen beweisen, dass auch Südamerikaner in der Lage sind verkiffte Hippiemusik zu machen. Mit 'Mecanica Celeste' veröffentlichen die Jungs nun schon ihr drittes Album, diesmal über das englische Psychedelic Label Rocket Recordings.

Natürlich steht man jungen Bands, die den Sound der Spätsechziger bzw. Frühsiebziger wieder aufleben lassen wollen immer etwas skeptisch gegenüber. Ist das Ganze nur eine bloße Kopie der damaligen Helden, beispielsweise von HAWKWIND oder den PRETTY THINGS.
Die Tatsache, dass die Peruaner ihre Texte auf Spanisch vortragen ist schon einmal ein Punkt zur Eigenständigkeit.
Auch der Verzicht auf ein möglichst buntes, waberndes Coverartwork zeigt den Willen der Gruppe etwas Eigenes zu erschaffen. Trotz des Verzichts auf eben jene Farbspielereien bleibt das kühle, spacige Bild auf Anhieb hängen.

Mit 'Fobos' gleich einen 9-Minüter an den Anfang der Scheibe zu stellen ist ebenfalls ein gewagter Schritt. Glücklicherweise vergeht diese doch sehr lange Zeit wie im Flug. Zu verdanken hat man dies der abwechslungsreichen Songstruktur und der schier endlosen Menge an zu entdeckenden Details.
Die ultrafuzzige Gitarreneinstellung brauche ich wohl gar nicht zu erwähnen. Dass die zwei Axtschwinger dabei auch noch von endlosem Delay geprägte Soli aus dem Ärmel schütteln können, beeindruckt umso mehr. Somit hat man also mit diesem Opener alles richtig gemacht, da man danach sofort Lust verspürt mehr aus dem verwirrenden Klangkosmos der Peruaner zu vernehmen.

Von einer völlig anderen Welt scheinen die, zusammen ca. 20 Minuten zählenden Schlusssongs 'Al Apaec' und 'Sendero' zu stammen. Vor allem letzteres mit seinem fast schon doomigen Hauptriff weiß wirklich vollends zu begeistern. Etwas dermaßen staubiges, zugekifftes habe ich außer von den legendären KYUSS sehr selten von anderen Bands hören dürfen.
Das großartige an diesem Song sind auch die knüppelharten Passagen, welche wirklich metallisches Format haben und sich trotzdem perfekt in den psychedelischen Grundsound der Band einfügen. Seltsam muten nur die Samples zu Anfang und Ende des Songs an. Diese Einsprengsel beinhalten von Frauen gesungene, spanische Kirchenlieder. Daraus kann ich leider keine plausiblen Schlüsse ziehen.

Insgesamt betrachtet, haben es SERPENTINA SATELITE mit Bravour geschafft ein absolut ernstzunehmendes Psychedelic Rock Album aufzunehmen. 'Mecanica Celeste' strotzt nur so vor Ideen und Spielfreude. Dieser große Ideenreichtum ist auch der einzige Kritikpunkt der Platte. Die Songs wirken manchmal etwas zu überladen und erschlagen einen förmlich.
Loben muss man die junge Truppe aber auch für ihre außerordentlichen musikalischen Fähigkeiten. Es bedarf nämlich schon einiges an Können, um solch stimmige Instrumentalleistungen hervorzubringen. Gesang kommt zwar so gut wie gar nicht vor, wird aber auch nicht unbedingt vermisst.
Natürlich enthält 'Mecanica Celeste' nicht Musik für jedermann, doch ich möchte jedem Retrofreak wärmstens ans Herz legen dieser Scheibe einen Platz in seiner psychedelischen Sammlung zu gewähren. Bereuen werdet ihr es auf keinen Fall!

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: Johannes Deml (07. September 2010)

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